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Magazin des LFE

Das Magazin ist die Informationsplattform des LFE für Sachverständige und Interessierte. Auch Gäste nutzen dieses Wissensblog gern. Die Fachartikel regen zur Diskussion an, können kommentiert und mit Ihren Erfahrungen ergänzt werden. Natürlich kann diese Expertise auch mit Dritten geteilt werden.

Kein neues Steuerkonzept sondern die längst überfällige Internalisierung externer Effekte

Wir lesen es seit Monaten in der Presse: Deutschland versagt beim Klimaschutz. Zugunsten der Wirtschaft/Arbeitsplätze sollen Kohlekraftwerke weiter betrieben werden können. Wirtschaft und Klimaschutz sind aber keine Antipoden. Im Gegenteil: Sie gehören zusammen, und aus dem Klimaschutz kann ein Wirtschaftsaufschwung entstehen, der lange anhalten dürfte.

Deutschland sollte die Ziele einhalten, zu denen es sich im Pariser Klimaabkommen verpflichtet hat. Und das Beste daran ist, dass jeder einzelne Bürger seinen Beitrag dazu leisten kann und das heute bereits jenseits aller Regulierungen und Fördersysteme auch tut. Instinktiv nämlich. Eine CO2-Steuer würde diese Bemühungen ebenfalls auf natürliche Art und Weise unterstützen.

Der CO2-Preis im europäischen Stromhandel muss steigen und gleichzeitig alle Steuern auf fossile Energieträger wie Benzin, Diesel oder Heizöl. Dadurch wird der Ausstoß von Treibhausgasen verringert, weil sich Industrie und Verbraucher in ihrem Verhalten, Kosten zu minimieren durchaus rational verhalten. 

Gerecht wäre diese Steuer, weil diejenigen, die wenig emittieren, auch wenig Steuer bezahlen müssten, und die, die viel emittieren, eben entsprechend mehr. 

Der pure Eigennutz wird die Klimawende retten. Der Berliner Energieexperte Alexander Romahn ist sich dessen sicher, weil er täglich Hauseigentümer und Unternehmen in Sachen Energieeffizienz berät. Auf die Politik verlässt er sich schon lange nicht mehr. Das kurzfristige Schielen der Politiker nach Wählerstimmen interessiere ja das Klima nicht. Und die Auswirkungen des Klimawandels seien spätestens nach diesem Sommer und den dramatischen Auswirkungen für die Landwirte für jeden Bürger sichtbar. 

Privatkunden aber auch Gewerbetreibende steigen mit Hilfe von Energieberatern schon seit Jahren massiv auf CO2-arme Techniken um. Für Pendler gibt es schon heute praktische Kostenvorteile, wenn sie auf ein Elektroauto umsatteln. Hausbesitzer wollen spätestens seit drei Jahren eher eine Wärmepumpe als Heizungsanlage als eine Gas- oder Öltherme sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung von Bestandsimmobilien. 

Ein gutes Beispiel ist Martin Müller-Turner, ein Maschinenbauingenieur aus Berlin. Der 32 Jahre alte Familienvater will seine eigene kleine Energiewende vollziehen. Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom aus dem kostenlos verfügbaren Sonnenlicht. Die Wärmepumpe wandelt diesen CO2-frei erzeugten Strom effizient in Wärme um. 

Müller-Turner hatte Alexander Romahn beauftragt, das 1936 erbaute Haus so klimafreundlich wie möglich zu sanieren. Die Fenster sind in die Jahre gekommen, die Wände zu dünn, durch die Isolierung im Dach hat sich ein Waschbär gefressen.

Romahn schlägt zwei Sanierungsvarianten vor. Dickere Fassadendämmung, Solaranlage auf dem Dach und zum Heizen eine sparsame, gasbetriebene Brennwerttherme. Das ist die weniger ökologische, aber preiswerte Version.

Für die zweite, "fundamentale" Variante, wie es der Berater nennt, kommt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zum Einsatz, mit der sich eine Wärmepumpe betreiben lässt. Zusätzlich zu den ohnehin notwendigen Sanierungskosten für Dämmung und Fenster würde das ca. 60.000 Euro kosten. Aber die Investition würde sich ca. nach zehn Jahren rentieren, rechnet Romahn vor. Und wenn durch eine CO2-Steuer die Brennstoffpreise steigen, könnte das noch schneller gehen. 

Das Magazin „Der Spiegel“ hat diese Sanierungsidee aufgegriffen und das aktuell diskutierte CO2-Steuermodell in der Ausgabe vom 30.11.2018 ausführlich beschrieben. Kombinierte dezentrale Energiesysteme werden in den nächsten Jahrzehnten das Fossilzeitalter allmählich ablösen. Strom wird dann nicht mehr eingekauft, sondern selbst produziert. Im Keller steht ein Stromspeicher, und in der Garage ein Elektroauto, das bei Bedarf ebenfalls Energie abgeben kann: CO2-frei, versteht sich, zum Schutz der Umwelt und des Klimas. In nicht so ferner Zukunft wird die neue, klimaneutrale Stromversorgung billiger sein als die alte.

Die Übergangszeit wird Kosten verursachen. Mieter, die keinen Einfluss darauf haben, ob in ihrer Wohnung nun mit Öl oder Erdwärme geheizt wird, und Niedrigverdiener, bei denen der Anteil der Energiekosten an allen ihren Ausgaben hoch ist, haben Angst vor einer übermäßigen Belastung. Diese Sorgen sind sicherlich berechtigt, zumal auch energetische Sanierungen bisweilen als Mieterhöhungsmittel missbraucht werden. Idealerweise profitieren Eigentümer und Mieter gleichermaßen, indem nämlich die Bruttowarmmiete bei gestiegenem Wohnkomfort gleichbleibt, aber die Nettokaltmiete in der Höhe der Betriebskostenersparnis erhöht werden kann.

Kleiner Nachtrag: Viele unserer europäischen Nachbarn wenden eine CO2-Steuer bereits erfolgreich an. In Schweden konnte damit seit den Neunzigerjahren der Ausstoß von Treibhausgasen um ein Fünftel gesenkt werden. In Großbritannien wird durch die dortige CO2-Steuer kaum noch Kohle verfeuert. 
 

Alexander Romahn / reckonergy – Energieberatung, Berlin
 

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