*
untermenu-15jahre
blockHeaderEditIcon
ueberschrift-blog
blockHeaderEditIcon

Blog des LFE

Nov 26 2018

Gebäudeenergiegesetz: Novelle des GEG - Absage an den klimaneutralen Gebäudebestand?

Unverständnis herrscht bei den Energieberatern darüber, dass die energetischen Anforderungen des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) gegenüber der EnEV 2016 nicht weiter verschärft werden sollen, und die EnEV 2016 der EU als deutsche Version des Niedrigstenergiestandards mitgeteilt werden soll. In der EU- Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) ist dieser definiert: „… Der fast bei Null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen – einschließlich erneuerbarer Energie, die am Standort oder in der Nähe erzeugt wird – gedeckt werden.“
Schon in der Zusammenfassung der BMVBS-Online-Publikation Nr. 16-2012 – „Untersuchungen zur Novellierung der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD)“ - wurde eine schrittweise Anhebung der energetischen Anforderungen über KfW-Effizienzhausstandard 55 für 2018 und über KfW-EH40 ab 2021 empfohlen.
Folgende Tabelle stellt, selbstredend überschläglich, die Mindest-U-Werte des EnEV-Referenzgebäudes den KfW-Effizienzhausstandards 55 und 40 und den Empfehlungen zum Niedrigstenergiestandard nach der BMVBS-Online-Publikation gegenüber.

Grundsätzlich lässt sich der Niedrigstenergiestandard auf folgende Formel bringen: Je stärker gedämmt wird, desto weniger Wärme muss zur Verfügung gestellt werden und desto eher kann die Wärme über erneuerbare Energien bei niedrigen Temperaturniveaus (z.B. Wärmepumpen) erzeugt werden.
An den überschläglichen U-Werten für KfW 55-Standard zeigt sich, dass dieser mit relativ moderatem Mehraufwand und Beheizung über Kompakt-Wärmepumpengeräte mit Lüftungswärmerückgewinnung umsetzbar ist. Mit Porenbeton oder Poroton-Ziegeln wäre eine Wandstärke von z.B. 240 mm bei Lambda = 0,12 W/(m K) zuzüglich einer Dämmung von 16 – 20 cm [U=0,17-0,15 W/ (m²K)] bei l = 0,045 W/(m K) erforderlich. Bei Verwendung von z.B. Kalksandstein ist eine Dämmstärke von 18-20 cm [U=0,18-0,16 W/ (m²K)] vorzusehen. Der Fußboden wäre z.B. mit 13 cm mit l = 0,035 W/(m K) zu dämmen. Für die oberste Geschossdecke bzw. das Dach als Holzkonstruktion sind Dämmstärken von mind. 24 + 6 cm bei l = 0,035 W/(m K) [U=0,14 W/ (m²K)] einzuplanen.

Für die schnelle Beantragung wurde das KfW-Effizienzhaus 55 nach Referenzwerten eingeführt, wonach der Energieberater dies für den Kreditantrag erst einmal ohne Rechnungen beantragen, und die energetische Bilanzierung später durchführen kann.
 

Das Ziel der Bundesregierung, den Energiebedarf im gesamten Gebäudebestand bis 2050 um 80 % zu senken, scheint bei der derzeitigen Sanierungsquote von weniger als 1 % unrealistisch. Der Monitoring-Bericht zu den KfW-Programmen „Energieeffizient bauen“ und „Energieeffizient sanieren“ für das Jahr 2016 dokumentiert, dass die Sanierung zum KfW-Effizienzhausstandard 55 - der auch die Sanierung zum Passivstandard mit umfasst – noch Seltenheitswert hat. Überwiegend wurden KfW-Einzelmaßnahmen mit einem Anteil von 83 % gefördert, nur 17 % der geförderten Wohneinheiten wurden zu einem KfW-Effizienzhausstandard komplett saniert, davon entfielen 9,38 % auf KfW-Effizienzhausstandard 55 bei 1-2-Familienhäusern und 9,90 % bei Gebäuden mit mehr als 3 Wohneinheiten. Nur knapp jedes zehnte Gebäude wurde also energetisch bestmöglich saniert.
Ähnliches zeigt sich auch bei den besten Neubaustandards KfW 40 (plus). Hier betrug die Quote in Bezug auf die im Jahr 2016 neugebauten 278.000 Wohnungen (DENA Gebäudereport 2016) für den KfW-Effizienzhausstandard 55 immerhin 33,22 %, für KfW-EH 40 nur 4,77 % und für KfW-EH 40plus dürftige 2,40 %.

Fazit:
Grundsätzlich wäre zumindest der KfW55-Standard auch bei ambitionierten Sanierungen z.B. von Typenplattenbauten erreichbar. Es kommt auf möglichst kompakte Gebäudeformen an, so dass die Hüllflächen auf ein Minimum reduziert werden, sowie auf eine optimale Gebäudeausrichtung mit großen Fensterflächen nach Süd und möglichst wenigen, kleinen Fensterflächen nach Nord, Ost und West.
Dass die energetischen Anforderungen an Neubauten im GEG nicht verschärft werden, ist nicht nachvollziehbar. Die Motivation, tatsächlich im Neubau den Niedrigstenergiestandard umzusetzen, wird dadurch torpediert.
 

Facebook Twitter Google+
Kommentar 0
cr-kontakt
blockHeaderEditIcon

Kontakt

Kategorie-Einstellungen
blockHeaderEditIcon
Comments
blockHeaderEditIcon
Archiv-Einstellungen
blockHeaderEditIcon
Schlagwortwolke
blockHeaderEditIcon
bookmarks
blockHeaderEditIcon
seitenanfang
blockHeaderEditIcon
bt-kontakt
blockHeaderEditIcon

Kontakt

Telefon: +49 (0)30 47 38 73 83
E-Mail:
Adresse | Anfahrt

bt-fachverband
blockHeaderEditIcon
bt-bildernachweis-unterseite
blockHeaderEditIcon

Bildernachweis
Header: © Ingenieurbüro Pitbau; Icons: © Do Ra - fotolia.com; Expertenliste:

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
Kein Problem. Geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben.